Busfahren in Lima ist eine Welt für sich. Die Fahrgäste werden nicht nur von A nach B befördert, sondern auch noch unterhalten bzw. belästigt. Je nachdem, wie mans nimmt. Permanent steigen Leute ein und aus, die Geld wollen. Um ans Geld der Pendler zu kommen, gibt es da verschiedene Strategien. Die beiden häufigsten sind Verkaufen oder Lamentieren. Verkauft werden vor allem Süßigkeiten, Kuchen, Näh-Sets und Büroklammern. Alle Produkte werden lautstark angepriesen, als sie Weltneuheiten vom Stern Galaktika wären. Lamentiert wird über alles. Das Unglück schlägt auch nicht vereinzelt, sondern geballt zu. Eine einzige Frau berichtet von ihrem gewalttätigen Mann, der sie und die Kinder windelweich prügelt. Gleichzeitig ist die Mutter totkrank, die Kinder unterernährt, der Strom und das Wasser wurden abgestellt und die Wirbelsäule der Erzählerin ist am Kollabieren. Solche Geschichten gibt es am Laufenden Bann. Mindestens 5 während meiner einstündigen Fahrt zwischen Uni und Zuhause. Die Frau auf dem Bild hat mir heute eine bisher neue Vorstellung geliefert. Sie hat kurz durch den Bus gebrüllt, dass sie keinen Bock hat, uns zu belästigen. Sie sei aber scheiße dran und brauche Geld. Daher will sie uns was singen. Gesagt, getan. Zum lieblichen Gesang hat sie noch ihre Brust ausgepackt und ihr Baby dran gehängt.
Donnerstag, 17. September 2009
Montag, 14. September 2009
Freizeit
Zum Ausspannen hüpfen die Dschungelbewohner in einen nahegelegenen Tümpel oder Fluss. Das ist fast wie ein Wasserpark bei Disneyland. Nur dass die Bäume nicht aus Pappmaché sind und das Wasser statt türkis hier braun-grün-trüb ist. Dafür hat man immer eine Überraschung, auf was man drauf tritt oder was einem durch die Beine schwimmt. Man sieh nie etwas und muss anhand des Gefühls an Füßen und Beinen raten.
Schuften bis zum Umfallen
Brandrodung
In den Tiefen des Urwaldes
Über sichtbare oder unsichtbare Trampelpfade kommt man immer tiefer in den Dschungel hinein. Fernab von Straßen oder anderer Zeichen von Zivilisation trifft man aber immer noch auf Hütten und Menschen. Ich war schon ziemlich verblüfft, als wir nach 1 - 2 Stunden Fußmarsch durchs Dickicht auf einmal vor ein paar Baracken standen. Dort spielen Kinder, Frauen machen Feuer und Männer tragen Holz durch die Gegend. Fast unvorstellbar.
ÖPNV
Ankunft im Regenwald
Globalisierung trifft Steinzeit
Coca-Cola kann man in den Anden überall kaufen, fließend Wasser dagegen gibt es nicht immer. Von warmem Wasser ganz zu schweigen. Die Siedlungen und Behausungen sind sehr ärmlich, sehen zerstört und heruntergekommen aus. Das Leben und die Menschen wirken einfach, vielleicht primitiv, aber doch ruhig und friedlich. Im Unterschied zu den Elendsvierteln in Lima. Dort ist das Leben hässlich. Man merkt den Leuten an, dass sie ums Überleben kämpfen. Tag für Tag.
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